Stressreduktion & Aufgabenteilung

Vor einigen Jahren war ich als Mama, Partnerin Tochter und Angestellte bezüglich meiner Belastungsgrenze am Limit. Ich habe somit nur noch funktioniert und war so gestresst, dass ich in jeder Tätigkeit eine Pflicht gesehen habe. Gerne hätte ich zugegeben, dass mir alles über den Kopf wächst und ich Hilfe benötige.

Jedoch kenne ich es schon von Kindheit an, dass ich alles alleine kann. Unabhängigkeit ist ein Wert, welcher in meinem Leben eine gewisse Rolle spielt. Die meisten Frauen in meiner Generation sind mit diesem Wert aufgewachsen, was nachvollziehbar ist, da unsere Mütter teilweise noch ganz andere Abhängigkeiten leben mussten.

Darüberhinaus verknüpfe ich mit meiner Unabhängigkeit die Sicherheit, dass es dann auch richtig läuft, da ich mich auf mich immer noch am besten verlassen kann. 🙈 Die etwas unbequeme Wahrheit ist, dass ich mir mit dieser Haltung die Situation der Überforderung mitunter selbst kreiere, da ich unausgesprochen kommuniziere, dass ich auch alles alleine machen möchte.

Wenn es mir gut geht, kann ich viel besser auf meine Bedürfnisse und Wünsche achten. Ich habe zum Beispiel Vertrauen in meinen Partner, dass dieser die Aufgabe genauso gut, eventuell anders aber nicht schlechter, bewältigen wird. Ich nehme Hilfe von Freundinnen oder KollegInnen an und zeige mich somit mit allen meinen Facetten, eben auch mit meiner unperfekten und hilfsbedürftigen Seite. Das macht für mich Nähe und Lebendigkeit in meinen Beziehungen aus. 💜